Zwei Frauen. Lebenswege. Lebensmenschen. Lebenslyrik.

Hedwig und Franziska Lachmann

FR, 15.10.
19.30
SKG Krumbach / Aula
Jochnerstr. 30


Karten

5,00 € Schüler
10,00 €
12,00 €

abc-Büchershop: 08282 9953903


Veranstalter: vhs Krumbach; Kooperationspartner: SKG Krumbach (StD Jochen Schwarzmann und Monika Losher-Bschorr), Heimatverein Krumbach (Beate Hamp-Wohllaib), Jürgen Groß mit „Mesinke“

www.rs-textredaktion.de/

www.mesinke.de

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Ein literarischer Abend einmal anders:

im Mittelpunkt Leben und Werk der beiden Schwestern Hedwig und Franziska Lachmann, in Bild, Rezitation, Vortrag, szenischem Spiel und musikalischer Interpretation, präsentiert in anregendem Zusammenwirken von renommierter Biografin Rita Steininger und Schülerinnen und Schülern der SKG-Akademie, zum Klingen gebracht von jungen Preisträgern eines Franziska Lachmanns Lyrik gewidmeten Kompositionswettbewerbs und „Mesinke“ unter den Gästen die Enkeltöchter von Franziska Lachmann.

Hedwig Lachmann ist als Lyrikerin und Übersetzerin weit über Krumbach hinaus bekannt. Nahezu unbekannt war hingegen bisher, dass ihre neun Jahre jüngere Schwester ebenfalls ein lyrisches Werk hinterließ. Die Sammlung ihrer Gedichte, die ihre Tochter Ulrike in den 1980er Jahren an Herbert Auer übergeben hatte, wurde erst vor Kurzem neu entdeckt: Franziska Lachmann arbeitete nach ihrer Ausbildung zur Sprachenlehrerin als Erzieherin in Mailand und Berlin, wo sie ihren späteren Ehemann Adolf Otto, einen der ersten Sozial- und Wohnungsbaureformer, kennenlernte. Unter dem Eindruck der nationalsozialistischen Herrschaft ging Familie Otto getrennte Wege: Adolf Otto lebte ab 1933 im Exil in Paris, Franziska Lachmann emigrierte 1936/37 über die USA nach Argentinien, Tochter Agathe blieb in Berlin, Tochter Ulrike emigrierte über Paris nach Argentinien.

Die beiden Lachmann-Schwestern wuchsen als Töchter des bekannten Kantors Isaak Lachmann Ende des 19. Jahrhunderts in Krumbach auf. Hedwig Lachmanns Lebensweg führte sie von Krumbach über England und Ungarn nach Berlin, wo sie Gustav Landauer heiratete. Ihr Ehemann, Politiker, Schriftsteller und Philosoph, war 1919 eine der Leitfiguren der Münchner Räterepublik. Diesem Paar widmet Rita Steininger, Autorin der aktuellen Landauer-Biografie („Gustav Landauer. Ein Kämpfer für Freiheit und Menschlichkeit; in: Vergessenes Bayern. München 2020“), im ersten Teil des Abends ihren Vortrag.

Gedanken und Gefühle aus ihrer Kindheit und Jugend, zu Liebe und Partnerschaft, zur Trennung der Familie, zum Erleben des Holocaust, zum Verlust der Heimat Deutschland, aber auch zum Neubeginn in Argentinien gestaltete Franziska Lachmann in eindrucksvollen und bildreichen lyrischen Texten. Eine Auswahl dieser bislang unveröffentlichten Gedichte lässt sich im zweiten Teil des Abends in Rezitation und Vertonung, präsentiert von Schülerinnen und Schülern und „Mesinke“, entdecken und unmittelbar erleben.

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Rita Steininger hat Ethnologie (M.A.), Politikwissenschaft, Anthropologie und Humangenetik studiert und eine Journalistenausbildung absolviert, die ihr besonderes Interesse am Thema Kommunikation geweckt hat.
Heute arbeitet sie hauptsächlich als freie Lektorin und Sachbuch- Autorin mit den Schwerpunkten Erziehung, Gesundheit und Entwicklungsförderung. Sie ist Mutter von zwei Kindern.

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1991 gründete sich Mesinke (jiddisch: die jüngste Tochter) und widmet sich seither jiddischen Liedern und Klezmer-Musik. Ein Anliegen ist es, die lebendige, vielfältige musikalische Tradition der Jidden in Osteuropa wieder hörbar zu machen.

2020 und 2021 arbeitete die Band an einem Programm über die jüdische Lyrikerin und Übersetzerin Hedwig Lachmann. Vertont wurden die Texte von Bandmitglied Jürgen Groß.

Pressestimmen:
"Wenn Mesinke ein Lied anstimmt, wird die Frage danach, wie die Krumbacher Gruppe dazu kam, jiddische Musik zu spielen, zunächst zweitrangig. Denn Mesinke zieht die Zuhörer sofort in ihren Bann mit Liedern aus einer fremden und doch vertrauten Kultur."

Süddeutsche Zeitung

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