Presseberichte 2021

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Chorleiter Max Welcker interessiert die Menschen

Lesung und Buchvorstellung von Rolf Schinzel im Mittelschwäbischen Heimatmuseum

Nach dreimaliger coronabedingter Verschiebung fand nun die erste Lesung zur Biografie von Max Welcker anlässlich des Literaturherbstes Krumbach mit dem Autor Rolf Schinzel statt. Im Mittelschwäbischen Heimatmuseum Krumbach waren unter dem zahlreichen Publikum ehemalige Schüler von Max Welcker, Mitglieder der von ihm in Augsburg (Sängergesellschaft „Lyra“) und Krumbach (Liederkranz Krumbach) sowie Max Welckers Enkel Dr. Hubert Kolland anwesend. Einige der Anwesenden hatten mit ihren Erinnerungen zur Biografie von Max Welcker beigetragen, so zum Beispiel die Geschichte, wie er in Krumbach zu seinem Spitznamen „Sultan“ kam. Zweifellos ein Höhepunkt waren die Erinnerungen von Dr. Hubert Kolland an seinen Opa, die in Auszügen in die Biografie eingeflossen sind. Am Rande der Lesung gab es erste Gespräche zwischen der Sängergesellschaft „Lyra“, dem Liederkranz Krumbach und dimuthea -Die Musiktheatralischen Dresden (Ausführender für die Weihnachts-CD „Lichterglanz vom Himmelszelt“ mit Weihnachtsliedern von Max Welcker) für weitere gemeinsame Konzerte in den kommenden Jahren. (AZ)

Ein kongeniales Duo eröffnet den Literaturherbst in Krumbach

Zum Auftakt des Literaturherbstes in Krumbach hatte Bestseller-Autor Klaus-Peter Wolf seine kongeniale Partnerin dabei. Eine literarisch-musikalische Krimilesung der Extraklasse

von Manuela Rapp

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Mit Klaus-Peter Wolf befreundet zu sein birgt gewisse Risiken. Etwa dann, wenn unvermutet Leser aus aller Welt an der Haustür klingeln und ihre Helden persönlich kennenlernen wollen. Oder wenn man samstagabends zur besten Sendezeit im ZDF plötzlich sein Alter Ego über den Bildschirm flimmern sieht. „Viele meiner Figuren gibt es wirklich“, sagt der Autor, dessen Ostfrieslandkrimis regelmäßig die Spitzenposition der „Spiegel“- Bestsellerliste erklimmen. Es handle sich um „echte Menschen, keine Pappkameraden.“ Diese Einblicke und noch viel mehr verriet der 67-Jährige bei der Auftaktveranstaltung des diesjährigen Krumbacher Literaturherbstes. Kongeniale Begleitung bei dieser literarischmusikalischen Krimilesung: Wolfs Frau Bettina Göschl, eine Poetin an der Gitarre. Da ist Sabine Turek, die die Eröffnung für die veranstaltende Raiffeisenbank Schwaben Mitte moderierte, nur zuzustimmen: „Gott sei Dank haben wir es geschafft und uns getraut, die Form einer Präsenzveranstaltung anzubieten.“

Dabei hatten die Organisatoren der 16. Auflage des literarischen Herbstes – für Anita Roth und Christine Deubler gab es dafür schöne Blumensträuße – noch ein Riesenglück. Schon im Februar des vergangenen Jahres, so Sabine Turek, sei der Vertrag mit der Agentur des Paares abgeschlossen worden. „Man musste schnell sein“, resümierte die Prokuristin der Raiffeisenbank Schwaben Mitte. Aus gutem Grund: „Es gab genau noch einen Termin, den heutigen.“ Ganz schön gefragt, die Zwei. Das hängt natürlich zum einen mit den mittlerweile in 26 Sprachen übersetzten Krimis aus Deutschlands hohem Norden, einer Serie rund um die Kommissarin Ann Kathrin Klaasen zusammen. Über 13 Millionen Exemplare hat Wolf schon verkauft. Zum anderen weiß der Schriftsteller genau, was seine Zuhörer von ihm und Bettina Göschl erwarten. „Wir haben gesehen, was für Rampensäue wir sind“, ließ der Autor sein Krumbacher Publikum im nicht vollen Stadtsaal wissen, als er von der Zeit während des Corona-bedingten Lockdowns sprach.

In der Tat: Besser als er selber könnte niemand für seine Bücher werben. Wenn er liest, macht er das sehr sorgfältig, mit einer spielerischen Lebhaftigkeit. Mimik, Gestik, Stimme – Wolf lebt seine Protagonisten, die er mit wenigen Sätzen zu zeichnen versteht. Sie sind fast wie alte Bekannte. Genau darin liegt sein Erfolgsgeheimnis: „Bei jedem Satz soll ein Bild entstehen.“ Fantasie anregend, nennt er das. So gesehen, macht er sein eigenes Kino. Denn was nutzt der beste Plot, wenn die Sprache nicht dazu passt. Dabei hat der Entstehungsprozess der Ostfrieslandkrimis durchaus etwas Archaisches: „Ich schreibe meine Romane mit Füller in Kladden“, bekommen die Zuhörer tiefe Einblicke in die Arbeitsweise des Mannes, der schon mit acht Jahren seinen ersten Roman geschrieben hat. Danach tippe eine Mitarbeiterin den Text ab. Und jetzt kommt Bettina Göschl ins Spiel, von der sozusagen das Schicksal des Manuskripts abhängt. Denn: Wolf liest es ihr vor. Das sei die beste Möglichkeit, langweilige Passagen zu entdecken. Diese würden rausfliegen. Wer so denkt und arbeitet, der sieht Literaturverfilmungen – vor allem der eigenen Werke – durchaus skeptisch. „Ein Film ist nur die Vision der Filmemacher“, erklärt Wolf, der bei der Lesung einen grauen Hut trägt, aus dem ein schmaler Zopf heraus quillt – eine Art Markenzeichen.

Zuerst habe er daher dem ZDF nur die Rechte für einen Krimi überlassen. Sein „Ostfriesenkiller“ kam jedoch nicht nur beim TV-Publikum gut an, sondern auch bei Wolf und Göschl. Letztere, 54 Jahre alt und gelernte Erzieherin, drückt den Verfilmungen noch ihren ganz eigenen Stempel auf: Sie summt die Titelmelodie. Was die Liedermacherin für eine schöne, klare, sehr eindrückliche Stimme hat, zeigt sie bei der Lesung, die ja ausdrücklich literarisch und musikalisch war, eindrucksvoll. Witz und Tiefgang haben ihre Lieder, zu denen sie nur eine Gitarre braucht. Gelesen hat Klaus-Peter Wolf aus seinem zweiten großen eigenen Fall für Kommissar Rupert. Dieser, „die Stradivari unter den Arschgeigen“, wie sein geistiger Vater etwas derb feststellte, muss dabei in die Rolle des Gangsterbosses Frederico Müller-Gonzáles schlüpfen. Rupert, eigentlich nur eine Randfigur in seinen Büchern, wird von seinen Fans derart geliebt, dass Wolf ihn in die erste Romanhelden-Klasse hievte. So ermittelt nun „Rupert undercover – Ostfriesische Jagd“. Natürlich mit allerlei Überraschungen. „Krimiliteratur“, findet Wolf, „sind die eigentlichen Gesellschaftsromane“. So würden etwa jedes Jahr Milliarden Gelder illegal verdient und nicht versteuert, meinte er, auf die Hintergründe seines Romans verweisend. Sie würden legalisiert, flössen in die reale Wirtschaft und aus Gangsterbossen werden Firmenchefs. „Eine beängstigende Situation.“ Weniger beunruhigend geht es im Übrigen bei den „Nordseedetektiven“ zu, die Wolf und Göschl zusammen schreiben. Mit dieser Reihe sorgt das Power-Paar bereits für Spannung beim Lesenachwuchs