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Keiner wird zum Verbrecher geboren

Wolfgang Burger versieht die Figuren in seinen Krimis mit einer Persönlichkeit
Von Elisabeth Schmid

Ein grausamer Mord an einem Kollegen ruft den Kriminaloberrat Alexander Gerlach westlich von Heidelberg an einen Tatort. Wolfgang Burger las in der Bibliothek in Krumbach, auf Einladung der Stadtbücherei und dem ABC Büchershop, aus seinem neuesten Kriminalroman „Die linke Hand des Bösen“.

Burger wurde 1952 im Südschwarzwald geboren. Seit 1995 schreibt der gelernte Ingenieur Krimis. 1998 erschien sein erster Roman. Seinen eigentlichen Beruf hat Wolfgang Burger an den Nagel gehängt und schreibt seither zahlreiche Kriminalromane. Er ist damit sehr erfolgreich. Burger hat drei erwachsene Töchter, er lebt mit seiner Frau in Karlsruhe und Regensburg. Sein Roman handelt von den sogenannten „Cold Cases“, das sind Fälle, die 25 Jahre und noch länger nicht geklärt werden konnten. Spuren von damals wurden von den Tatorten sorgfältig in den Asservatenkammern aufgehoben und können heute mit den Methoden der neuesten DNA-Analyse neu aufgerollt werden. So kann ein Täter noch nach Jahren entlarvt werden. An diesen Fällen arbeitete sein Kollege, Arne Heldt, der schon kurz vor der Rente stand. Heldt war ein ruhiger eher langweiliger Kriminalbeamter, galt aber als äußerst gewissenhaft. Durch eine Behinderung an seinem linken Bein war Büroarbeit angesagt. Man nannte ihn den Pitbull, wenn er sich mal an etwas festgebissen hatte, ließ er nicht mehr los. Alexander Gerlach und seine Kollegin Klara Vangelis vermuten, dass ihr Kollege bei seinen Nachforschungen einem Täter zu nahe gekommen ist. Dafür wurde er grausam und über Stunden zu Tode gefoltert. Laptop und Handy fehlen. Heldt arbeitete gerade an einem brisanten Mordfall. Beim Durchsuchen der Kontoauszüge von Arne Heldt stellen die Ermittler fest, dass über Jahre eine bestimmte Summe an ein Konto in Allensbach gegangen war.

Die Inhaberin des Kontos ist eine gewisse Christiane Waßmer. Eine weitere Spur, ein Strafzettel, führt die Ermittler zu einer kleinen Pension namens „Waldlust“. Dort habe sich Heldt jedes Wochenende mit einer Frau getroffen, erfahren sie. Die Spuren führen die Ermittler ins Drogenmilieu und sogar bis zur kalabrischen Mafia. Die Geschichte ist ziemlich mysteriös. Aber Alexander Gerlach beschließt mit seinem Team dem oder den Tätern auf die Spur zu kommen. Auch die Zuhörer wollten wissen, warum Arne Heldt sterben musste und ob die grausame Tat wirklich mit den „Cold Cases“ zu tun hatte. Wolfgang Burger verriet nicht, wie es weiter geht. Sein Kriminaloberrat hatte schon andere Fälle gelöst.

Alexander Gerlach hat Zwillingstöchter, ist Witwer und hat eine Geliebte. „Es ist immer interessant, wenn die Kommissare ein Privatleben haben. Das bringt sie den Lesern näher und macht sie menschlich“, erklärte Wolfgang Burger den Zuhörern. Überhaupt legt der Autor viel Wert darauf, die Schicksale seiner Figuren zu hinterfragen. „Denn alle haben eine Geschichte, keiner wird zum Verbrecher geboren.“ Davon ist Wolfgang Burger überzeugt. Die Besucher, nicht viele waren gekommen, waren von der Geschichte gefesselt. Wie es weiter geht? Einfach das Buch „Die Linke Hand des Bösen“ lesen.

Quelle: Mittelschwäbische Nachrichten, 23.11.2017

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